Südrhöntour

Endlich hat mal alles gepasst und wir konnten unsere Rhöntour machen. Die Rhön ist toll zum biken, aber leider, leider doch ne Weile weg 🙁 sehr schade, aber das einzige in unsere Nähe was den Alpen nahe kommt. Wenn ich wenigstens einmal die Woche hin könnte…

Anfangen sollte die Tour eigentlich in Sandberg. Aber das liegt eher ungünstig für uns und außerdem dachte ich, wir könnten abends auf einer Hütte essen. Die Hütten, außer Kreuzberg selbst, machen aber Sonntags um 18 Uhr zu.

Also sind wir auf den Kreuzberg hoch, haben schnell gemerkt, dass wir nicht die einzigen waren mit dieser Idee, Stau! Ich denke, dass es vielleicht noch eine halbe Stunde gedauert hat, bis der Parkplatz geschlossen wurde. Von da gings 2 Km auf einem Wanderweg bis wir auf die eigentliche Tour trafen. Eigentlich sah der Weg recht eben aus bei der Planung, eigentlich…..

Also, los gings auf dem Parpklatz Kreuzberg. Bin ich 1 Kilometer weit gekommen?!? kommt hin, es ging bis Höhe Touristinfo, da starrte ich diesmal auf meinen Vorderreifen und was musste ich sehen? eine Reißzwecke!!! ist das toll? gerade angefahren und dann das….grmpf….

Ich zog vorsichtig an der Reißzwecke und ja, sie steckte im Schlauch, also, dachte ich, ich fahr noch ein Stück, vielleicht hab ich Glück und sie hält die Luft noch ne Weile. Ich wollte auch nicht direkt vor der Info meinen Schlauch wechseln, auf soviel Zuschauer hatte auch ich keine Lust, obwohl ich Reifen dank meiner Mitfahrerin, gut wechslen kann 🙂 hab viel Übung.

Dumme Idee, wie sich herausstellen sollte. Wir sind diesen ausgewaschenen, sehr steinigen Weg runter, vielleicht noch 2-3 Km, dann war Schluss. Bevor ich mir noch die Felge ruiniere, sollte ich doch lieber wechseln. Also, Schlauch raus, Reifen runter, neuer Schlauch bei und was musste ich feststellen, das falsche Ventil, der Durchmesser war falsch…OH MAN. Klar, zuhause hab ich keine Platten, das muss ich auf dem Kreuzberg haben, wo sonst. Da hängt noch kein Schlauchautomat (warum eigentlich nicht?).

Nun gut, was machen, meine Mitfahrerin hat leider auch andere. Aber, kaum zu glauben, sie hat Flickzeug in der Satteltasche!!! Sie kann nicht flicken!!!!, sie flickt nie!! Ist schon witzig, sie kann am Bike nichts machen, hat aber ne halbe Werkstatt in der Satteltasche. Soll mir recht sein, ich kanns 🙂 Ist vielleicht die ausgleichende Gerechtigkeit, sie schleppts, ich muss reparieren….

Stellte sich aber sofort die nächste Frage, wie das Loch finden? Nicht das genug Wasser da wäre, aber wenn man eine Pfütze brauch, natürlich nicht. Nun, Dumm darf man sein, Einfälle muss man haben. Ich nahm meinen Reifen und goß einen Schluck Wasser aus meiner Flasche rein 🙂 das Loch war schnell gefunden und geflickt. Nachdem aber auch die Pumpe nicht gepasst hat, klar oder, bin ich mit einem Ei gefahren. Auf Waldboden war das nicht zu merken, aber auf Asphalt. Mein Bike hoppelte über den Teer. Egal, nochmal Luft raus und wieder mit Qualen aufpumpen, nein, lieber mit Ei gefahren.

Dann gings endlich los.

Richtung Kissinger Hütte. Die ersten Kilometer gingen ja noch, leicht hoch, mal wieder runter…..aber dann….wir sind in der Rhön, man solls ja auch merken.

Ausgewaschene Wege, große Steine, das Wetter hat auch vor der Rhön keinen Halt gemacht..

zur Kissinger Hütte

Leider vermittelt das Bild nicht den wirklichen Zustand und Steigung des Weges.

Danach noch ne ordentliche Steigung mit bis zu knapp 20%, Halleluja. Besonders nett, wenn kurz vorher Wanderer dich angrinsen:“ es wird noch steiler“. Die Lunge war schon draußen, aber gefahren!!! Dann gings aber auch wieder und es kam bis oben ein schöner, fahrbarer Wiesenweg.

Wiesenweg

Nach ca. 400 Hm und Steigungen bis zu knapp 20% sind wir an der Kissinger Hütte (830Hm) angekommen. Viel gefahren waren wir noch nicht, Hunger hatten wir aber und der Ausblick muss genossen werden, der ist super toll dort.

Der Mast rechts ist der Kreuzberg.

Blick Kissinger Hütte

Dann gings Bergab, ca. 600 Tm, immer mit dem Wissen, da müssen wir wieder rauf, auf 950Hm 😉

Blick von unten. Rechts Kreuzberg, links Kissinger Hütte.

Blick rauf

Ab jetzt ging es im groben wieder nach oben 🙂 Teilweise waren die Steigungen schon nicht ohne, aber meist fahrbar, bis auf eine. Man ist das übel gewesen. Dieser elende Sommer hat wirklich seine Spuren hinterlassen und ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass einige Wege doppelt gelten, man. Matsch, Schlamm, man sank ein, es war eine Quälerei, wie im Sand, übel und das mit Steigungen bis 15% und nicht etwa nur ein paar Meter, nein.

Matsch

Das Ende ist in Sicht!

Matsch1

Kaum hatten wir dieses Stück hinter uns gelassen, kam das nächste Übel, Menschengemacht. Schotter, aber nicht etwa nur ne dünne Schicht, nein, das war in einer Menge aufgeschüttet, dass man genauso einsank wie im Matsch oder Sand, es war kaum ein Vorwärtskommen. Sowas ist weder für Wanderer noch für Biker schön, einfach extrem unschön, nur gut für die Waldfahrzeuge. Aber das ist das was zählt, Geld, die Wirtschaft muss brummen, da spielt auch der Naturschutz keine Rolle mehr. Man kann an bei diesem Matschweg gut erkennen, wer den Hauptsächlich fährt. Ich würde behaupten, dass Mountanbiker keine solchen Spuren hinterlassen…..

Das ging auch ne Weile, ein paar Kilometer mussten wir durchhalten bis wir wieder Waldboden, normalen, unter den Stollen hatten.

Zwischendrin hatten wir mal einen Blick zum Neustädter Haus, da müssen wir in etwa hin.

Blick zum Neustädter Haus

 

So gings dann bis Sandberg, wo die Tour ja eingentlich beginnt. Da wir aber diesen Weg den wir am Anfang runter sind, nicht hoch schieben wollten, wobei das auch nicht schlimmer gewesen wäre als das was dann kam, haben wir am Parplatz überlegt wo lang und sind den Winterwanderweg gefahren ( wobei, gefahren?!??!). Der geht über das Neustäder Haus zum Kreuzberg hoch. OOOHHHHJEEEEEE. Ich kannte den Weg noch aus dem Winter und wusste, dass eher schieben angesagt sein wird.

Und wieder kam was immer kommt in diesem Jahr, ausgewaschene Wege, grobe Steine……..ich wiederhole mich…….

Ne Weile konnte ich fahren, aber bei dem Wiesenweg zum Neustädter Haus, hatte ich keine Chance, Wiese, Steine, holgewaschen, bis 25% Steigung. Das schieben war aber auch nicht viel einfacher 🙂

Danach konnte man teilweise wieder fahren, aber das war nach so einer Tour nicht mehr so einfach 🙂 aber wir sind hoch bis zum Gipfel, wie sich das gehört. Meine Mitfahrerin hätte da gern drauf verzichtet, aber ich nicht, da musste sie noch durch. Man kann doch nicht kurz vorm Gipfel einfach aufhören?!?!?!? oder?, nein!

Sieht näher aus als es ist.

zum Gipfel

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Man beachte den Himmel, in dieser Farbe extrem selten zu sehen in diesem Jahr!

Die eigentliche Tour ist teilweise schon nicht leicht, aber fahrbar. Leider ohne Trailanteil, aber, wer will und das richtige Bike hat, kann den Flowtrail mit einbauen 🙂 es fahren auch Busse wieder nach oben. Was mich etwas gestört hat, ist die fehlende Aussicht, man ist oft im Wald, was mich in der Rhön eher stört. Deswegen werde ich bei der nächsten wieder drauf achten, mehr Fernsicht zu haben. Aber die Rhön ist einfach klasse, meine Lunge hat sich bestimmt auch gefreut, vielleicht war sie über soviel sauberer Luft auch erschrocken 🙂 Tief einatmen musste ich seeeehr oft und sehr schnell…. ach jaaaaaaaa

44,4 Km und …… 1298Hm!!!! 🙂

Grafik

Link zur Tour: Südrhön

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