Südbahnradweg

Das war die langweiligste, mit großem Abstand, langweiligste Tour die ich in meiner Radfahrerkarriere bisher gemacht habe.

Das Wetter nervt, muss ich wohl keinem mehr sagen, oder? es nervt, nur nass, nur Schlamm, nur Match, Wind, Sturm, Überschwemmung, Hochwasser und zudem noch kalt, kalt und nochmal kalt. Ich bin sowenig gefahren wie noch nie. Ganze 2000Km fehlen mir zu letztem Jahr und es sieht wirklich nicht so aus als könnte man nochmal was aufholen, aber gut, bei uns sollte es trocken bleiben, wenn auch nicht sonderlich warm. Da freut man sich ja schon und nutzt die Gelegenheit, aber auch heute wieder die Frage: wohin?

Die geteerten Radwege nerven nämlich auch und alle die ein ordentliches Mountainbike haben, weden das nachvollziehen können. Nützt nix, raus wollten wir also schlug meine Bekannte vor den Südbahnradweg nach Hartmannshain zu fahren. Ich habe mir keine weiteren Gedanken gemacht, leider, schaute nur auf der Karte ob es eine andere Möglichkeit gab nach Hause zu fahren da ich ungern den selben Weg hin und zurück fahre. Es gab einen, also entschlossen wir uns mit dem Auto nach Wächtersbach zu fahren um von dort den Weg in Angriff zu nehmen. Es war schon etwas später und so dachte ich, ca. 70 Km Gesamtlänge und ohne zu wissen wir der Rückweg ist, langen heute, und wie die langten!!

Auto abgestellt, Räder raus, zusammengebaut und los…mit Gegenwind, kaltem Gegenwind. Erstmal auf den R3 und mir nasse Füße geholt, is klar….Umwege, um die Seenlandschaft rum, um nicht noch nassere Füße zu bekommen.

Dann kamen wir auch schon auf den Südbahnradweg…ufff…puuuhhhh…mit Gegenwind…so ca. 44km/h waren gemeldet und das war es mindesten. Ein ausgebauter, langweiliger, extrem langweiliger Radweg der nur durch Wiesen und Felder führt. Ein kleiner Wald, das wars. In Birstein wollte ich wenigsten das Schloss sehen…auch langweilig, alles langweilig. Deswegen hab ich genau ein Foto gemacht.

SüdbahnradwegDas war nochmit der schönste Abschnitt.

Also weiter, hoch, runter, hoch, runter und immer auf diesem geteerten Weg und immer mit kaltem und immer kälter werdenden Gegenwind. Aber anstengend ist er, es sind doch einige Höhenmeter zu fahren. Für ungeübte ist dieser Radweg nicht geeignet. So leer war er auch, 5 Radler? 10 Radler? ich weiß nicht, mehr waren es nicht und wir darunter, leider. Es war so langweilig das ich den ganzen Weg geflucht hab, und mich gefragt hab, wie ich den Weg schaffen soll. Jetzt muss ich mal sagen dass ich die Geduld und Ruhe meiner Mitfahrerin nur bewundern kann, ich hätte mich im nächsten See versenkt ( worüber ich auch selbst nachgedachte habe um dieser Einöde zu entfliehen). Der Hintern hat auch schon weh getan weil wir ja nur im Sattel saßen und durch den Wind auch noch reingedrückt wurden.

Eine Radfahrerin haben wir immer wieder überholt und irgendwann hab ich sie einfach mal angesprochen, sie wirkte so motiviert. Das war sie, sie kam aus Altenstadt, für nach Hartmansshain und über den Vulkanradweg wieder zurück. Respekt, das sind einige Kilometer und das mit diesem Gegenwind. Aber sie hat auch mehr Hitze wie ich, sie fuhr mit kurzer Hose und Trikot während ich Trikot, Langarmtrikot und Windjacke an hatte und mich nach meinen Handschuhe sehnte……am 2.Juni!!!!! na dann…..

Ich ärgerte mich natürlich auch über mich selbst, ich hätte mir ja vorher überlegen können dass wir Richtung Norden fahren und in die Höhe. Bruchköbel liegt ca. 120 m hoch, Hartmannshain knapp 600! und ist wohl auch der höchste Punkt auf dem Vulkanradweg. Das erklärt ja doch einiges, selbst Schuld, ganz klar.

Oben angekommen, in diesem „Ort“, ganauso Öde wie die Tour, wollte meine Mitfahrerin natürlich essen, sie will immer essen und, ganz klar, auch abnehmen und das klappt mit ner guten und fettigen Portion Käsespätzle besonders gut. Da ich mein Rad nicht allein lass und nie ein Schloß dabei habe, blieb uns nichts anderes übrig als uns in die Kälte zu setzten. Und was war das eine Kälte, ich hab gefroren wie ein Schneider. Wir saßen auch allein da 🙂 Ich nehme an, dass ihre Käsespätzle schnell kalt waren, meinen Kaffee habe ich jedenfalls sehr schnell getrunken und geflucht und geflucht und geflucht……und ausnahmsweise alle Mopedfahrer beneidet weil die ja gut angezogen waren.

Nun gings wieder zurück und ich gebe zu auf den Fahrplan des Vulkan-Express gesehen zu haben, ja wirklich und wäre einer gefahren, ich wäre mit, so hatte ich die Schnauze voll. Der kam aber nicht und einen Bahnhof gibt es da natürlich auch nicht. Also, ab aufs Rad und wieder zurück…grrrr……. Wir haben uns aber getraut den Wanderweg lang zu fahren, in der Hoffnung auf eine vernünftige Beschilderung…haaaaa….sag ichs nicht, ich bin und bleibe naiv!!!! Ne Weile ging das gut aber es kam wie es kommen musste. An einer Kreuzung war die Bezeichnung weg. Rechts oder links?? wer weiß und ich Trottel! habe auf meine Mitfahrerin gehört, die ohne Orientierunsgssinn, und auch das kam wie es kommen musst, wir irrten in einem Wald rum den keiner von uns beiden kannte!

So irrten wir ne Weile bis wir irgendwann in der Ferne eine Ortschaft sahen, nix wie hin. Ich war zu garnix mehr bereit, ich wollte nur noch heim. Also gings über die Landstraße und was soll ich sagen, interessanter als der Radweg. Ich konnte mir die Ortschaften anschauen und kennenlernen wie z.B.: „Bösgesäß“ (das hatten wir auch), schöne Häuser und Gärten, Straßenschilder mit Altdeutscher Schrift, hatte, wenn wir wieder mal hoch fahren mussten, einen wunderbaren Blick über die Landschaft. Alles besser als der Südbahnradweg. Ich finde, dass ist ein Radweg für Generation 60+ mit E-Bikes.

Und ja, wir sind wieder in Wächtersbach angekommen, nach ca. 70km, knapp 900 hm und einer rasanten Abfahrt mit fast 60Kmh…juchuuuuuuuuuuuuuu. Ab ins Auto und Heizung angemacht!

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