Spessartbogen

Seit sie letztes Jahr den „Spessartbogen“ als neuen Premium-Wanderweg eröffnet haben, hat er mich gereitzt. Ich wusste nicht ob meine Kraft und Kondition langen würden quer durch den Spessart, er geht von Schüchtern bis zum Buchberg in Langenselbold (91Km, 2000 Hm), aber gereitzt hat er sehr. Dank dem, auch letztjährigen, schlechtem Wetter, es hat den ganzen Sommer geregnet, hatte ich noch keine Gelegenheit. Wer kann ahnen dass es dieses Jahr noch schlechter wird, der Winter nicht aufhört und soviel Wasser runter kommt dass fast alle schönen und auch weniger schönen Wege kaum oder garnicht befahrbar sind. Die einzigen die sich auf bzw. in diesen Wegen wohl fühlen sind die Wildschweine. Egal, hab ca. 2000km weniger im Vergleich zu letztem Jahr, keine guten Voraussetzungen und erkältet bin ich dank einer anderen Tour, von der ich absichtlich nichts berichtet hab, auch. Trotzden wollte ich es wagen. Trocken haben sie gemeldet und eigentlich ein wenig sonnig und warm ( trocken war es) also los, worauf warten? Gern hätte ich meine Windjacke daheim gelassen aber die hat sich dieses Jahr sehr bewährt und auch auf dieser Tour wieder, an aus, an aus…….Die kurze Hose liegt e schon wieder im Schrank 🙁

Treffpunk Bahnhof Langenselbold. Von da sind es ca. 5min bis zum Buchberg und zum ersten Trail, Bergauf! Warm waren wir nicht aber beim Anblick dieser Trails hab ich ersmal alles vergessen und bin mit einem rießigen Grinsen los.

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Die Wege waren alle gut befahrbar, klar, nass und hier und da matschig aber ok.

Weiter gings durch Wiesen und Felder Richtung Fernblick. Aber…auch bei diesem wirklich sehr gut ausgeschilderten Weg fehlt hier und da das Schild und sei es nur weil ein Bauer seine Wiese inklusive dem Weg mit Elektrozaun gesichert hat 🙂

Da ich schon wieder am fluchen war, entschloss ich mich nochmal nach meiner GPS Karte zu suchen.

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Nachdem wir ein Stück auf der Birkenhainer gefahren sind, fanden wir auch den Spessartbogen wieder. Relativ normale Wege führten uns zum Fernblick, allerdings galt es noch die Wiese unterhalb des Restaurants zu bezwingen 🙂 25% Steigung auf der Wiese, nö…keine Chance…wer sein Rad liebt, der schiebt 🙂

Oben angekommen wäre es fast Zeit zum Mittagsessen, lecker Italiener :-), es gab einen Riegel und weiter gings. Das meiste sind normale Waldwege aber auch ein paar schöne aber leider sehr kurze und auch seeeehr matschige Trails warten.

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Ab hier wusste ich dann nicht mehr wo ich war. Die Orientierung war weg da ich diese Gegend leider gar nicht kenne. Ich wusste nur dass wir jetzt wieder hoch müssen und an einer Grotte vorbei kommen. Ich war bisher einmal in dieser Gegend und konnte mich erinnern dass ich damals mein Rad nach unten trug, jetzt musste es rauf 🙂 ja, es ist ein Wanderweg 🙂

Einer fragte mich auch ganz blöd ob ich mit dem Rad rauf will….ja was denn sonst…..

DSC01484…. es warten ja ein paar schöne Wege und Trails…

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Teilweise war es schon recht knackig und man konnte das Anfahren an Steigungen üben. Ich muss zugeben, dass Vorderrad hat mich oft gegrüßt 🙂

Weiter gings, hoch hoch hoch. Das Wetter hat mich schon wieder genervt, von der Sonne die sie versprochen hatten war nix zu sehen und der Wind war auch ganz schön heftig. Irgendwo auf einer Lichtung brüllte ich mal wieder nach einem Taxi und wollte nur noch nach Hause, ich wusste das dieser Tag meiner Erkältung nicht gut tun würde. Da ich nicht wusste wo wir waren und somit auch nicht abschätzen konnte wie weit weg irgendwas lag, meinte ich: “ bis nach Bad Orb schaffen wir es noch“….haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa……aber wenigstens hatte ich kapiert dass, wenigsten zur Zeit, Schlüchtern weeeeeeiiiiiiit weg war und wir bei weitem nicht in der Lage sind diese Strecke aufeinmal zu fahren, auch nicht andersherum.

Nach nochmaligem verfahren, weil es drei Ausführungen der „Spessartbogen“-Schilder gibt, hab ich mich wieder etwas gefangen, wahrscheinlich weil ich die Trails gesehen hab die auf uns warteten 🙂 von der Beschaffenheit reden wir lieber nicht, oder doch….Kilometerweit, nicht übertrieben, nur Matsch, mit fahren hatte das nichts zu tun. Zwischendrin, wenn es mal schnell genug war und ich ohne seitlich wegzukippen auf den Tacho schauen konnte, hatte ich gerade 5 Km/h drauf. Da viel mir auch mal wieder auf, wie des öfteren dieses Jahr, dass ich einen neuen Hinterreifen brauch, der war in diesem Schlamm völlig überfordert, nein, eigentlich unbrauchbar.

Aber Spaß hats gemacht 🙂 🙂 🙂

Hier standen auch mal wieder Wegweiser und so wusste ich dass wir ca. 5 Km von Gelnhausen entfernt waren, von Bad Orb stand nichst an, war vielleicht, nein, ganz bestimmt auch besser 😉

DSC01487Viel schöne Wege kamen noch, alle hoch 🙂

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DSC01493Es ging nur noch hoch, über jede Menge matschige, sumpfige breite Waldwege bis wir am „Hufeisen“ ankamen. Dort steht eine Übersichtskarte auf der man erkennen konnte dass Bad Orb noch ein Stück weg ist. Meine Flasche war leer, Essen hatte ich auch keins mehr, mein Magen knurrte und mir war klar dass ich diesen Weg ohne Nachschub nicht fahren konnte. Gabi meinte: “ da unten können wir nach Lanzigen, da kannst du die Flasche auffüllen“. In froher Hoffnung sind wir dort hin. Die Rache für diesen Satz kam

Der Weg dorthin war schon heftig, es ging ordentlich Bergab aber nur durch tiefen Matsch. Nach ein paar Metern hörte ich von hinten:“ ich habs gewusst!“. Absicht? vielleicht glaubt sie an Schlammpackungen, ein Versuch ist es wert? 🙂 Naja, man fällt ja weich 😉

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Von weitem schon konnte man erkennen dass es in Lanzigen nichts aber auch gar nichts gibt, außer einem Friedhof auf dem ich mir laut der Bewohner Wasser holen könne. Nun, eintweder ich lege mich gleich dort ab weil ich am verdursten war und es ohne Wasser nicht mehr lange gedauert hätte oder ich hol mir halt irgendwelche Würmer oder sonstiges Viehzeug. Ich entschloss mich meine Wasserflasche aufzufüllen, es stand wenigsten nicht „kein Trinkwasser“ an. Bis heute ist alles ok, denke ich.

13 Km sollten es noch bis Bad Orb sein und ich zweifelte schon arg. Es war schon recht spät, die Wege waren nicht wirklich einfach und keiner wusste was noch kam, aber gut, kneifen gibts nicht. Es ging wieder hoch, ordentlich hoch, über eine Wiesenweg der 27% Steigung hatte, keine Chance, wieder von Rad, wieder geschoben. Oben angekommen hörte ich ein lautes Knattern, meine Ohren wurden größer bis ich die Motocross Strecke gesehen hab :-), nix wie hin. Es waren einige Maschinen unterwegst, es war Ohrenbetäubend, irre. Ich musste ne Weile zuschauen und ich gebe zu, ich hätte gern mal für ein paar Runden die Bikes getauscht.DSC01498

Irgendwann mussten wir ja mal weiter, es war schon 17 Uhr. Weit sind wir nicht gekommen, da sah ich am Wegrand ein Rehkids liegen. Ich bin vorsichtig hin, leider konnte man sehen dass es sehr shwach war, es reagierte überhaupt nicht auf uns. Also Polizei angerufen damit die den Förtster anrufen. Mehr wie erlösen wirds wohl nicht mehr, aber wenigsten das, das arme Ding 🙁

Nachdem da auch noch eine Weile ins Land ging, entschlossen wir uns nicht mehr nach Bad Orb zu fahren. Wir wussten ja auch nicht ob es eine Möglichkeit gibt mit dem Zug zu fahren, also ging es auf der Straße und auf direkten Radwegen zurück bis nach Langenselbold, aber nicht ohne vorher was zu essen.  Das erste und einzige was noch offen hatte, war ein REWE. Eine Nussecke, danach noch eine Wurst mit Brötchen und einen Kaffee, ich hatte Hunger!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Weiter gings, nur Gegenwind, kalten Gegenwind, starken Gegenwind, völlig langweilig und unendlich lang. Ein Highlight gab es noch, ein Bauer machte Heu, auf dieser Wiese waren 17!! Störche zusehen.

Ich war völlig am Ende. Meine Erkältung zuammen mit dieser Tour haben mich kaputt gemacht, 2 Tage lang!

Aber! Diese Tour ist wirklich sehr sehr schön. Es sind tolle Wege, viele tolle Trails und eine schöne Gegend mit tollen Aussichten. Ich werde sie 100%ig wieder fahren, wenn es ne Weile trocken war und ich Gesund bin.

Gefahren sind wir ca. 70Km und 972 Hm, wobei diese nur in den ersten 45Km zustande kamen, der Heimweg war ja flach. Absolut empfehlenswert, Topp!

Und nur mal kurz zur Erklärung für alle die, die jetzt denken ich hab sie nicht mehr alle, das war doch der heißete Tag des Jahres, nein, wir sind am Samstag zuvor gefahren, den 15.6.

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