Lebendiger Neckar

Ich meide Straßen und Radwege wo auch immer es geht, auf Teer zu fahren ist ja sowas von langweilig und wenn man dann dieselbe Strecke auch wieder zurück muss, für mich die Hölle. Aber es gibt Ausnahmen, Veranstaltungen für Radfahrer wie z.B.: Kinzigtal total. Auf der Suche nach solchen Sonntagen, bin ich auf den Neckar aufmerksam geworden. Noch wie war ich mit meinem Bike dort, außer mit dem Motorrad in Heidelberg am Schloss. Aber der Neckar hat knapp 400Km, es gibt also was zu entdecken, wenn auch auf Radwegen und Straßen. Aber ehrlich, wenn ich so den Blick hab schweifen lassen und das habe ich ununterbrochen, hab ich nur Höhen gesehen, ich weiß nicht ob ich mich trauen würde dort mit dem Mtb rein zu fahren?!?! Ich komme aus der Ebene und um die ersten, sehr geringen, Höhenmeter zu erklimmen, muss ich ca. 20 Km fahren, egal in welche Richtung.

Die sollten heute egal sein und trotzdem hatte ich am Ende ca. 500Hm auf dem Tacho.

Das Auto stellten wir in Ladenburg ab. Da wir eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung da waren, bot es sich an, erstmal ein paar Kilometer gut zu machen. Wir fuhren dieselbe Strecke wieder zurück, wir verpassten also nichts. Aber 100Km zu fahren und noch einige Veranstaltungen mitnehmen, da muss man fahren wenn man kann, auch wenn man ständig angezickt wird, man wäre zu schnell.

Die erste größere Veranstaltung war in Heidelberg auf den Neckarwiesen. Auf dem Weg dorthin, kamen wir am Zoo vorbei. Klasse, direkt davor eine Haltestelle und so dachten sich die Erbauer wohl, machen wir doch eine gr0ße Glasscheibe hin, statt einer Mauer. Heimzus waren Bären zu sehen.

Es war noch keine 11 Uhr, also alles noch verhalten. Wir sind langsam durch, auch in der Hoffnung eine Kleinigkeit zu essen zu bekommen. Die Hoffnung schwand von Meter zu Meter. Sehr viele Stände, wirklich viele, mit Infos über alles Mögliche und, ganz klar, das darf in Deutschland nicht fehlen, Bratwurst. Ich will keine Bratwurst und schon gar nicht um 11 Uhr morgens. Gut, Sie bauten noch auf, die Hoffnung war noch nicht verloren. Mit dem Blick, einem tollen, wirklich tollen Blick nach rechts zum Schloss und auf Heidelberg, kamen wir langsam raus, also was machen, Riegel essen, das letzte was ich wollte. In der Hoffnung auf das Backfischfest, was in der übernächsten Stadt warten sollte, aß ich nur einen halben. Mit diesem Ausblick schmeckte er etwas besser.

In Neckargemünd angekommen, mit etwas suchen und fluchen die schnuckelige Altstadt gefunden in der das Fest sein sollte, nach essen gesucht und….Bratwurst gefunden 🙂 Aber, der Ehrlichkeit halber, es gab arabisches Essen. Eigentlich bin ich dem nicht abgeneigt, ich probier das sehr gern und mit der arabischen Musik und der Bauchtanz Gruppe hätte es bestimmt noch besser geschmeckt, aber mit dem Wissen noch ca. 80Km fahren zu wollen, stellte ich mir einen Lammtopf in meinem Magen als nicht besonders förderlich vor.

Link: Blick nach Neckarsteinach

Mit fast leerem Magen und viel suchen ging es dann weiter nach Neckarsteinach. Ich bin so was von begeistert, nein, nicht von der Stadt, von der hab ich nichts gesehen, aber die Gegend, Die Burgen und Ruinen, toll. Die erste erblickte ich am Hang, irgendwie unwirklich wie sie dort raus lugte. Von unten kann man sich kaum vorstellen wie man dort eine Burg hinbauen kann, aber von dort hatten sie natürlich einen wunderbaren weiten Blick über den Neckar. Ein Stück weiter die 2. noch ein Stück weiter die 3. und gegenüber, oben auf dem Berg, die 4. Für die muss man aber über den Neckar, die Dilsburg. Ich konnte das von unten nicht wirklich sehen, aber es wirkte, als wäre das Dorf oder auch Stadt direkt in die Burg gebaut oder wenigsten an die Stadtmauer. Ich hab zuhause mal im Internet geschaut und es scheint doch eine etwas größere zu sein: Dilsburg

Blick nach Neckarsteinach

Blick zurück nach Neckarsteinach

Vor allem reizt mich natürlich wieder der begehbare unterirdische Brunnenstollen. Wenn die Zeit der langen Radtouren vorbei ist und sich wieder Wanderungen anbieten, wird das ganz bestimmt mal ein Ziel sein.

In Neckarsteinach sollte das Backfischfest sein. 50 verschiedene Sorten sollten angeboten werden. Mein Magen fuhr schon eine Weile auf der Pedale mit, also lies ich alles links und rechts liegen um dorthin zu kommen, an diese große, lange Schlange die ins Zelt führen sollte, natürlich in der prallen Sonne. NIEMALS!!!! egal wie viel Sorten sie anboten. Was blieb, ein Biergarten. Riegel hatte ich nur noch einen halben, ich dachte ja, es gäbe ordentlich zu essen. Der Biergarten bot eine wundervolle Aussicht und eine langweilige Karte die leider so gar nicht meinem Geschmack entsprach. Da war er wieder, der Handkäse, der Spundekäs, Wurstsalat, Weißwürste und… Bratwurst! auch Bratwürstchen mit Sauerkraut. Ehlich, bei fast 30 Grad? nicht freiweillig, nicht ich. Obwohl, meine Begleitung war so weit hinter mir…… 🙂

Es gab auch Wiener, 2 Stück. Ich wusste, die werden den ganzen Tag „guten Tag“ sagen, aber das einzige was irgendwie an mich ging. Ich aß eine Brezel dazu, ich glaube, die verhinderte schlimmeres. Den Cappuccino, den ich dringen brauchte, hätte ich mir auch sparen können, das war ne große Tasse Wasser das an einer einzigen Bohne vorbei huschte, naja. Gegenüber gibt es noch ein Cafe, schnell noch einen geholt und ein kleine Pause direkt am Wasser gemacht, dann ging es mir schon besser.

Von hier ging es auf die andere Seite, über eine Schleuse und der Weg wurde zum Naturweg, was mir natürlich sehr gefiel. Den wunderbaren Naturtrail nach Mückenloch (entschuldigung an alle Mückenlöchner (sagt ma das so?), aber hier muss ich jedes mal lachen), hab ich rechts liegen lassen. Aber der Naturweg direkt am Neckar, im Wald ist auch wunderbar und er kühlte etwas. Die Sonne brannte vom blauem Himmel, der Wald tat gut.

Dann kamen wir an einen so wunderbaren Ort, Hirschhorn (Interessante Namen haben sie hier).

Dieser Ort reizte mich und wir nahmen uns vor diesen auf dem Heimweg zu besuchen. Erst wollten wir noch zum Ende, nach Eberbach. Eberbach ist etwas größer und wir hätten mehr Zeit gebraucht. Ich geb auch gern zu, ich wollte nicht mehr in der Sonne fahren und schon gar nicht mehr durch eine solche große Stadt. Wir mussten 50Km zurück und Hirschorn 🙂 wollte ich unbedingt sehen, unbedingt. Es sollte sich lohnen. Ein niedliches Städtchen, ne was niedlich. Sie wird „Perle des Neckartals“ genannt.

Blick vom Schloss

Ein tolles Sträßchen, Fachwerkhäuser, kleine Gassen, Kirchen, ein Schloss mit Bistro oben auf, einfach toll. Nachdem wir uns ein Eis gegönnt haben, jagte ich mein Begleitung zum Schloss hoch, was muss das muss. Ganz klar, eine wundervolle Aussicht und man könnte noch höher, der Turm ist zu besichtigen. Aber das wollte selbst ich heute nicht mehr. Schade ist das schon.

Ich würde sagen, bitte blos nicht daran vorbei fahren, wer Altstädte mag, ist hier richtig. Einen ganzen Tag wird man hier nicht verbringen können, aber einen halben bestimmt. Die steilen Teppen in den schmalen Gäßchen zum Schloss hoch wären auch etwas für mich 🙂

Für alle die, die schon genug gelaufen sind und nicht mehr wollten oder konnten:

Nach einer kleinen und besseren Stärkung als der ersten, ein Stück Erdbeerkuchen, gings dann wieder zurück.

In Heidelberg sind wir noch mal in Ruhe über die Wiese, hier und da war noch Musik und es roch, klar, nach Bratwurst und Steaks. Es war schon spät, die Veranstaltung ging bis 19Uhr und es wurde schon abgebaut. Da wir uns aber zum Schluss auch noch Ladenburg, auch ein nettes Örtchen, anschauen wollten, würden wir dort auch was essen, bevor wir die Räder nach knapp 100Km wieder ins Auto luden um den wundervollen Neckar den Rücken zu kehren. Vielleicht und hoffentlich nicht für lang.

Ladenburg

Insgesamt bietet der Neckar eine wundervolle Landschaft. Man fährt oft direkt am Fluss, vorbei an schönen kleinen Ortschaften mit altem Kern, durch Wälder und Wiesen. Rechts und links geht es ordentlich und bewaldet in die Höhe. Einheimische Mountainbiker werden hier bestimmt sehr viel Spaß haben 🙂 Man kann Burgen und Schlösser besichtigen, Altstädte erkunden und wunderbar Rad fahren (am Neckar).

Die Veranstaltung ist aber mit Kinzigtal total nicht zu vergleichen. Es ist hier eher so, dass einige Ortschaften Feste feiern und zusammen mit der AOK einen Radtag bieten. Es werden kaum Straßen gesperrt, oder nur die Hälfte, meistens ist man auf Radwegen unterwegs. Dafür hab ich auch größtes Verständnis, wo soll man mit seinem Auto lang fahren? Die Beschilderung existiert nicht, man muss sie also nicht suchen. Aber es werden Bahnen und Busse eingesetzt, dass jeder der möchte, ob mir oder ohne Rad, zu den Orten kommt.

Es hat viel Spaß gemacht, was bei einer so tollen Gegend aber auch nicht schwer ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.