Flughafen Frankfurt

Erst hatte der Wetterbericht Weltuntergang für, bzw. ab dem Feiertag gemeldet und so hatte ich mich auf Kuchen backen und einen gemütlichen Gammeltag eingestellt. In diesem Jahr habe ich mir aber angewöhnt so ca. jede Stunde den Wetterbericht zu schauen um überhaupt mal raus zu können und so habe ich beobachten können, dass der Welteruntergang, wenigsten bei uns, auf Freitag beschränkt ist. Nun ist die Frage: wohin? wo lang? Allein wenn ich bei mir aus dem Fenster schau, glaube ich auf Reisfelder zu blicken. Feldwege sind eigentlich gar nicht nehr befahrbar und selbst an Flüssen weiß man nicht so genau da sie ja ständig Hochwasserwarnungen herausgeben. Nochmal zur Erinnerung, es ist MAI! Wenn man also einer Schlammpackung aus dem Weg fahren will, bleiben eigentlich nur geteerte Radwege und da kam mir die Idee, mal wieder an den Flugahfen zu fahren, dort war ich bestimmt 2 Jahre nicht mehr.

10.30 Uhr gings los. Erstmal durch den Keweler Wald Richtung Hanau auf den R3. An der Kinzig lang bis zur Mainmündung und weiter am Main entlang bis Fechenheim. Beide Flüsse sind voll, aber es war schon viel schlimmer und Hochwasser ist dort nicht, alles gut befahrbar. Hier mal einen Blick auf die Schleuße bei Dörnigheim. Die Stufe ist gerade noch erkennbar.

Main SchleußeDa ich leider meine Karte zu Hause vergessen hatte und wusste dass eine Katastrophe auf uns zukommt weil der Frankfurter Satdtwald keine Beschilderung hat, nahm ich lieber die Abkürzung über die Hanuer Landstr. bis zum Ratswegkreisel, weiter über die Kaiserlei Brücke bis zum Kaiserlei Kreisel und von da Richtung Sachsenhausen bis zur Gerbermühle. Von dort Richting Oberrad, einmal quer durch in den Stadtwald. Ich hatte mir grob gemerkt dass wir den Grüngürtel nach fahren können, wenn denn ein Wegweiser da wäre, grrrmmpff, aber wie bereits erwähnt, Schilder sind eher mau. Der Stadtwald ist wirklich nicht klein und er hat sehr viele Wege, wenn man von außerhalb kommt hat man eigentlich keine Chance, aber gut, wir mussten durch. Also habe ich das erstemal jemanden gefragt, der Goetheturm war die richtige Richtung.

Goetheturm

Wir haben wirklich und Glücklicherweise das Schild „Grüngurtel“ entdeckt und ich war irre froh da ich, zur fehlenden Karte, noch eine Mitfahrerin habe, die absolut keinen, aber auch wirklich überhaupt gar keinen Orientierungssinn hat, ich würde sogar behaupten, dass sie alleingelassen, erst Tage später wieder nach Hause käme.

Rechts links rechts links fuhren wir durch Wald, bis zur „Oberschweinstige“ war alles ok, aber dann verließen sie auch mich. Ich wusste, wir müssen nach Zeppelinheim, aber kein Schild, überhaupt keins, nichts, also haben wir uns durchgefragt und irgendwann kam eine Wegweiser „Terminal 2“ !!!!!!!!!!!!, was war ich glücklich…nicht lang. Man soll das wirklich nicht glauben, wirklich nicht, 2 Schilder die geradeaus zeigten, dann war es weg, einfach weg, kein Schild, kein Hinweis und wir standen auf einer stillgelegten Bundesstraße auf der noch Autobahnschilder zu sehen sind, aber keine Wegweiser für Radfahrer, wenigsten nicht die richtigen. Irgendwann nehm ich mir die Zeit und werde mal einen langen, sehr langen Brief an die Verantwortlichen schreiben mir der Bitte, dass sie mal ihren Wegweisern selber nach fahren.

Was blieb uns als wieder zu fragen. Ein Rennradfahrer war dann unsere nächste Rettung. Er nahm uns mit, allerdings fährt der natürlich Straße und wie die Straßen am und um den Flugahfen sind kann man sich vielleicht denken, groß und schnell, naja, wir leben.

Wir sollten dann über die Autobahn, aber kurz voher sah ich einen Radweg-Wegweiser und da ich schonmal dort war, wusste ich, dass der Aussichtspunkt zu dem ich wollte direkt an einer Fußgängerbrücke, die über die Autobahn geht, lag.  Also sind wir lieber den Radweg lang und das war auch gut so, nachdem meine Mitfahrerin mitten auf der Straße hielt, hatte ich Angst um ihr Leben.

Ein Stück weiter sah ich schon den Eisverkäufer der auch vor 2 Jahren schon dort stand und wusste, wir haben es gefunden…uffff…das war ein langer, sehr langer Weg. Eigentlich sollte es von Oberrad bis zu diesem Punkt nicht weiter sein als 15 Km, wir haben ca. 25 Km gebraucht um dorthin zu finden. Aber es lohnt wirklich. Man steht genau dort wo die Flieger reinkommen. Der Aussichtspunkt ist natürlich bei den Planespottern bekannt und da die sich über Ankünfte informieren, bekommt man genau mit wann ein großer oder besondere Flieger reinkommt, sie springen mit ihren unglaublich großen Teleobjektiven auf die Bänke.

aussichtspunkt

Was man dort zu sehen bekommt ist einfach der Hammer

FliegerWir haben ne ganze Weile dort gestanden und geschaut. Es ist wirklich unglaublich wie nah die Flieger sind und der Sound ist der pure Wahnsinn, besser ist kein Bass in keiner Disco. Einziges Problem: Fernweh, ist leider schon ne Weile her dass ich in einem Flieger saß.

Wir hatten noch das Glück einen Flugzeugingenieur neben uns zu haben, er erklärte uns die Flieger und auch sonst noch jede Menge. Auch gab er uns noch einen super Tipp, an einem der Maste an denen wir heimwärts vorbei fuhren, ist die Mitte des Einflugs und wenn gerade einer kommt, steht man genau drunter. Natürlich kam einer und ich hab in die Pedale getreten. Den Foto konnte ich leider nicht mehr raus holen, nur bei dem nächsten, leider etwas kleinerem Flieger.

unter dem FliegerDas muss man erlebt haben, groß, nah und wahnsinnig laut, einfach gigantisch.

Weiter gings am Flughafen Richtung Stadt und da im nächsten Wald natürlich auch keine Schilder stehen, kam natürlich nur fragen in Frage :-). So oft habe ich noch nie nach dem Weg fragen müssen, nicht annähernd. Besonders nett ist dann aber, wenn die Mitfahrerin zum pinkeln geht statt zu zu hören…grmmpff. Ist schon besser wenn 2 zuhören wenn es heißt: am 2. Baum links und dann am 3. wieder rechts…naja….Irgendwann haben wir den Main wieder gefunden. Dort erstmal nen Kaffee und weiter gings nach Hause. Nach so wenig KM in diesem Jahr, merkt man so ne lange Tour schon ordentlich. Es waren, dank des Verfahrens, 89,72 Km.

Das Wetter richtig ausgenutzt, würde ich sagen, um 18 Uhr war ich daheim. Ich will wieder hin, aber nicht ohne meine Karte 🙂

 

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